Ein Reallabor von Machergeist & Macherzentrum Toggenburg
Mobilität anders machen — mit den Menschen zusammen.
Ein integrales Reallabor für gemeinschaftliche E-Mobilität. Dezentral. Selbstorganisiert. Lernend.
Im Macherzentrum ein Teilen konkret erleben. Transaktionskosten-basiert, konkret, wirtschaftlich und zusammen. Erst andere Praktiken führen zu anderen Denk- und Handlungsmustern - auch beim Arbeitsplatz.
Kopieren statt skalieren: jede Zelle trägt sich selbst — und lernt von der nächsten.
Buchen
Das Quartierauto als Ressource des Macherzentrums.
So einfach reservieren wie einen Sitzungsraum: Der SharedCar gehört zum Macherzentrum wie Arbeitsplätze, Räume oder Equipment — und soll genauso selbstverständlich buchbar sein.
1 · Community beitreten
Der Gruppe eCar-Sharing in der WhatsApp-Community vom Macherzentrum beitreten — dort laufen Absprachen, Fahrregeln und der erste Kontakt zu den Quellenpersonen.
2 · Zugang erhalten
Nach kurzer Rücksprache erhältst du Zugriff auf das Buchungstool und die Ladestation beim Macherzentrum Toggenburg.
3 · Reservieren & losfahren
Fahrt buchen, Auto entsperren, fahren — Abrechnung läuft im Hintergrund quartalsweise und KI-gestützt.
Vertiefung: anny.co als Buchungsplattform für die Ressource «Auto»
Das Macherzentrum hat die Coworking-Software anny.co bereits eingeführt — ein Buchungssystem, das Arbeitsplätze, Räume, Parkplätze und Equipment auf einer Plattform verwaltet, mit Zeitfenster-Buchung, automatisierter Abrechnung und optionaler Smart-Lock-Integration.
Geprüft wird jetzt, das Quartierauto darin ebenfalls als buchbare Ressource der Community zu führen — analog zu einem Sitzungsraum oder Arbeitsplatz, statt als separates System neben dem Coworking-Alltag. Das würde die heutige App-Buchung (Weeshare) und die WhatsApp-Koordination schrittweise in das bestehende Buchungs- und Abrechnungssystem des Macherzentrums überführen. Diese Prüfung läuft — bis dahin gilt der Weg über die Community oben.
Projekt
Ein geteiltes Ökosystem aus eigenverantwortlichen Zellen.
Wer
Drei Keimzellen in einer Region starten ein autonomes, geteiltes Ökosystem aus eigenverantwortlich betriebenen Auto-Teileten, die ein gemeinsames Managementsystem teilen.
Wie
Der erste SharedCar im Macherzentrum gibt die Grundlage für eine Marke Quartierauto — mit KI-basierten Prozessen von der Buchung bis zur Abrechnung.
- Ein Kategorie-Thema, nicht nur ein Antriebsthema. Es braucht weniger Stehzeuge — zu 99 % der Zeit stehen Autos nur herum.
- Digitaler Wandel heisst mehr als Aufladen. Er bringt auch das Sparen und das autonome Organisieren mit sich.
- Mobilität ist menschliche Bewegung — und das weit mehr als sportlich.
Was — Schritt 1
Den SharedCar im Städtli und im Macher*innen-Zentrum etablieren.
Was — Schritt 2
Das Quartierauto-Ökosystem mit drei bis vier weiteren Personen starten.
Vertiefung · 01 — Was
Heute ist Quartierauto ein kooperatives eCarsharing.
Erprobt in Lichtensteig
Drei Jahre lang wurde das Modell im Städtli Lichtensteig aufgebaut und im Alltag getestet — mit echten Nutzenden, echten Fahrten, echten Lernkurven.
Digitale Community
Alle Infos werden unter Nutzenden in einer digitalen Community geteilt — Buchung, Absprachen, Erfahrungen.
KI-unterstützte Abrechnung
Ein KI-unterstützter Prozess rechnet quartalsweise automatisch ab — immer nach menschlicher Prüfung. Dieser Prozess wird laufend weiterentwickelt.
Gemeinsam statt anonym
Kein anonymes Flottenmodell: Nutzende sind Mittragende, nicht Kund:innen eines fernen Systems.
02 — Woher
Aus einem realen Bedürfnis heraus entstanden.
Wenig eAutos, wenig passende Carsharing-Standorte, dafür ein sehr konkreter Bedarf — privat wie beruflich.
Machergeist.com ist die Plattform fürs integrative Innovieren ausserhalb von Metropolen. Aus dem Bedürfnis einer ländlichen Mobilität ohne passende Angebote ist ein eigenes Modell entstanden.
Heute wird dieses Angebot gemeinsam mit der Macherzentrum Genossenschaft — dem Coworking- und Codoing-Standort fürs Gewerbe und für Selbständige — im Produktfeld «countrified sharing» in Lichtensteig etabliert.
03 — Wer
Getragen von einer konkreten Kooperation.
- Machergeist by SMART Identity — ist Host vom Angebot.
- Macherzentrum Toggenburg — steuert den Strom und die Community bei.
- easee via Bichler & Partner — zwei Ladestationen installiert, lokal betreut.
- Flexibler App-Anbieter — Buchungstool für Fahrten, Start, Ende, Abrechnung.
- Mobiliar — versicherungsrechtliche Fragen geklärt und mitgetragen.
- Erfahrungswissen aus Verbänden — Sharing-Prinzipien, die sich in der Praxis bewährt haben.
04 — Warum
Mobilität ist existenziell — nicht grenzenlos.
Mobilität ist nicht grenzenlos. Aber sie ist notwendig für den Menschen — so notwendig wie das soziale Miteinander, wie die Beziehung zwischen Menschen.
Mobilität ist Bewegung. Und Bewegung ist im menschlichen Zeitverständnis verankert: woher ein Mensch kommt und wohin er geht — Herkunft und Zukunft. Im Althochdeutschen gab es dafür ein eigenes Wort, «Kunft» — Bewegung, Kommen. Heute steckt davon nur noch das Verb «kommen» in unserer Sprache. Die Gegenwart dagegen ist dort, wo ein Mensch etwas bezieht, sich wandelt, sich nach vorne oder nach hinten bewegt.
Dieses Bewusstsein braucht einen Ort, eine Gemeinschaft. Genau dafür braucht es ein integrales Modell. «Auto» steht darin codiert für Mobilität — nicht als moralischer Appell wie «flieg weniger» oder «kaufe weniger Autos», sondern als Einladung zu verstehen: Mobilität ist etwas Existenzielles. Aber nichts, das sich im materiellen Sinn grenzenlos umsetzen lässt.
Vertiefung: moralisch oder durchdacht?
Mobilität kann entweder moralisch oder durchdacht thematisiert werden. Ersteres haben wir versucht — der Effekt ist relativ klein. Wir sind kollektiv hinter dem Absenkpfad beim CO₂: einem eigentlich natürlichen Gas, von dem durch menschlich nicht integral durchdachte Prozesse zu viel emittiert wurde und im Verkehrssektor weiterhin wird (Zunahme von 1990 zu 2024 um 6,5 %). Wir reduzieren CO₂ kollektiv, weil es bereits zu viel davon gibt und es rund 100 Jahre in der Atmosphäre bleibt, bis es abgebaut wird — und deshalb hier und jetzt nicht noch mehr emittiert werden sollte.
Quelle: Treibhausgasinventar der Schweiz
Nicht
- Moralischer Appell («flieg weniger», «kaufe weniger Autos»)
- Mobilität als grenzenloses Konsumgut
- Mobilität neu denken
Sondern
- Mobilität als menschliches Grundbedürfnis verstehen
- Ein Mass, das im Gemeinschaftlichen liegt
- Integrativ die Energiefrage in Gemeinschaft mitnehmen
Wir haben deshalb ein erstes Quartierauto aufgesetzt und wollen in unserer Region einen ersten Keimzellverbund mit Energiegemeinschaft und gerne auch in weiteren Regionen aufsetzen. Dafür laden wir bottom-up und top-down Partner ein, die durch das Mitgestalten an einem Ökosystem machend lernen und sich und das Thema entwickeln wollen.
05 — Wohin
Vom Quartier ins Ökosystem — Zelle für Zelle.
Das Quartierauto soll mit einer Energiegemeinschaft «Mobilität & Energie» verbunden werden — dort, wo soziales Miteinander bereits existiert: im Quartier. Auch bi-direktionales Laden und Entladen ist mitgedacht.
Quartierauto funktioniert selbstorganisiert, auf Basis von Strukturerfahrungen aus zehn Jahren Selbstorganisation. Es kann als dezentrales, soziales Carsharing sowohl top-down als auch bottom-up eingesetzt und genutzt werden — beide Richtungen befruchten sich gegenseitig.
| Bottom-up | Top-down | |
|---|---|---|
| Wer? | EFH-Besitzer:in in einem Quartier, die/der ein Zweitauto nicht alleine anschaffen und halten will. | Überregionale/nationale Partner aus den relevanten Leistungsbereichen. |
| Wie? | Sie bringen die Gemeinschaft, wir das Wissen. Die ersten drei Mobilitätshubs bilden einen integralen Keimzellverbund, der danach mit der Gemeinde/Region organisch wachsen kann. | Kooperation, um regionale Keimzellverbünde zu installieren, die vom Partner unterstützt werden und gemeinsam ein lebendiges Ökosystem bilden. |
| Was? | Der Wille, ein elektrisches Zweitauto anzuschaffen und gemeinschaftlich zu betreiben — z. B. indem sich eine Gruppe wie «Quartierfest» dem Thema annimmt. | Materielle Unterstützung beim Aufbau des integralen Ökosystems und eigene Leistungen einbringen — materiell und mental zu Gunsten des eigenen Unternehmens lernen. |
Jede QUARTIERAUTO-Zelle ist selbsttragend aufgebaut. Aus den entstehenden Keimzellenverbünden wächst das Ökosystem organisch weiter — nicht durch Expansion, sondern durch Replikation.
Diese Zellteilung basiert auf Beziehung und Freundschaft — einem «Götti-Prinzip». Zwei Quellenpersonen, die je eine Zelle gemeinsam mit anderen tragen und rechtlich dafür geradestehen, stehen einer Person aus einer dritten Zelle Pate, die eine vierte Zelle gründen möchte. So entsteht Wachstum, das aus Vertrauen wächst.
Vertiefung: Transaktionskosten & Unterstützung
Wenn eine Zelle auch noch mit einem Macherzentrum oder einer bestehenden Coworking-Community verbunden wird, ist das umso schöner. Es ist jedoch keine Vorgabe. Wichtiger ist, dass die handelnden Personen ideologiefrei, integrativ und integral durchdacht handeln wollen. Sprich: Auch wenn es sich um einen Community-Ansatz handelt, stehen die Transaktionskosten im Fokus. Wenn zum Beispiel eine mäzenatische Kraft im Aufbau einer Zelle oder eines Zellverbundes involviert ist, laden wir dazu ein, dies transparent als Unterstützung auszuweisen und einzukalkulieren — um gegenüber aussen zu zeigen, dass der Ansatz selbsttragend funktioniert.
Die ersten Keimzellverbünde sind eingeladen, bestehende Hypothesen weiter zu schärfen. Die hier unterlegten Prinzipien sind in Pionierunternehmen und etablierten Märkten in den letzten 10–15 Jahren im Alltag getestet und in einer ersten Doktorarbeit aus organisationspsychologischer Perspektive an der Universität St. Gallen untersucht worden.
Mit dem weiteren Ausbau braucht es Unterstützer, die sowohl das Unterfangen als auch das gewählte Design weiterentwickeln wollen (Top-down) — und sich dabei als Lieferanten auf Augenhöhe ins Ökosystem einbringen, so wie Nutzende als Kundinnen und Kunden und verantwortende Quellenpersonen das System zusammenhalten.
Howto-Guide & Vorlage einer Kalkulationstabelle
Quellenpersonen für einen QUARTIERAUTO-Keimzellverbund erhalten einen Howto-Guide und eine Vorlage einer Kalkulationstabelle als Startpunkt.
Konferenz Integrales Management
Quellenpersonen von QUARTIERAUTO-Zellen können ihr unterstützendes Führen an der Konferenz Integrales Management weiter vertiefen. Weitere Unterstützung ist vorhanden.
06 — Mitmachen & Kontakt
Deine Vision. Deine Mobilität. Jedem Quartier sein Auto.
Wir suchen 2–3 engagierte Personen pro Zelle — für dein Quartier, deine Gemeinde oder als Wirtschaftspartner. Rufe die Quellenperson Remo Rusca direkt an, oder melde dein Interesse per E-Mail.
Remo anrufen · +41 79 381 41 20 Interesse per E-Mail bekunden